Klassifikation

Aus ErschließungsWiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Eine Klassifikation ist eine schriftlich fixierte und systematisch geordnete Darstellung von Klassen und der zwischen den Klassen bestehenden Beziehungen. Im bibliothekarischen Sinne ist sie ein Erschließungselement der Sacherschließung. Es handelt sich um eine künstlichsprachige Dokumentationssprache zur inhaltlichen Groberschließung von Dokumenten. Sie dient nicht nur der Inhaltserschließung im Katalog, sondern wird in vielen Bibliotheken auch als Aufstellungssystematik verwendet.

Ziel einer Klassifikation ist die hierarchische Ordnung von Wissen und die Wissenspräsentation. Ein Synonym für Klassifikation ist Systematik.

Strukturmittel

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Monohierarchie und Polyhierarchie.

  • Monohierarchie = starke Hierarchie, das bedeutet, dass es zu jedem Oberbegriff mehrere Unterbegriffe geben kann. Jeder Unterbegriff kann jedoch nur einem einzigen Oberbegriff zugeordnet werden. Dadurch ist nur eine eindimensionale Suche möglich.
  • Polyhierarchie = schwache Hierarchie, das bedeutet, dass ein Begriff aufgrund mehrerer unterschiedlicher Merkmale jeweils zwei oder mehr Oberbegriffen zugeordnet werden kann. Dies ermgöglicht auch eine mehrdimenisonale Suche unter mehrerer Aspekten.

Weitere Strukturmittel sind:

  • Chronologische Reihung
  • Alphabetische Reihung
  • Schlüsselung

Klassifikationsarten

Auch lässt sich zwischen präkombinierter Klassifikation und Facettenklassifikation unterscheiden.

  • Präkombinierte Klassifikation Hierbei handelt es sich immer um eine systematisch geordnete Monohierarchie. Es wird nach dem Schubladenprinzip verknüpft.
    Dies kann bei der Einteilung von Gegenständen bzw. Themen, welche mehreren Oberbegriffen zugeordnet werden können, zu Problemen führen. Dies Problem lässt sich durch das Festlegen folgender Möglichkeiten umgehen.
  • Einfachzuordnung / Einfachablage ("disjuncted classification"
  • Mehrfachzuordnung / Merhfachablage ("conjuncted classification"
  • Logische polydimensionale Untergliederung ("citation order")
  • Facettenklassifikation Hierbei handelt es sich um eine nach perspektivischer Ordnung sortierten Polyhierarchie. Es wird nach dem Baukastenprinzip verknüpft.
    Gegenstandsbereiche können meist aus verschiedenen Perspektiven bzw. von untershcieldichen Aspekten betrachtet werden. Ein Aspekt entspricht dabei ener Facette der Klassifikation.
    Klassifiziert wird nach dem Bottom-up-Prinzip. Das bedeutet, dass zuerst der Begriffd ermittelt und diese dann den Facetten zugeordnet werden.

Klasse und Klassem

Die Klassifikation setzt sich aus Klassen zusammen. Hierbei handelt es sich um Haupt- und Untergruppen, welche nach hierarchischen Gesichtspunkten angeordnet werden. Unter einer Klasse werden alle Begriffe zusammengefasst, die mindestens ein gemeinsames Merkmal besitzen. Dieses gemeinsame Merkmal aller Begriffe einer Klasse nennt man Klassem.

Notation

Eine Notation ist eine künstlichsprachige Bezeichnung für eine Klasse und zeigt die Stelle dieser Klasse im Gesamtzusammenhang. Man unterscheidet Alpha-Notationen(nur Buchstaben), Ziffernnotationen (nur Ziffern) und Alphanumerische Notationen (Buchstaben und Ziffern) .

Klassieren/Klassifizieren

Unter Klassieren versteht man das Zusammenfassen von Gegenständen zu Klassen. Jeder Klasse wird eine Notation als Benennung zugeteilt, die möglichst den kompletten Inhalt bzw. dessen wesentliche Komponenten am geeignetsten und vollständigsten wiedergeben. Alle Arbeiten bei der Erstellung und Pflege von Klassifikationen nennt man Klassieren, wohingegen der Bibliothekar klassifiziert, wenn er einem Dokument eine Notation aus einer bestehenden Klassifikation zuordnet.

Im beruflichen Sprachgebrauch werden werden die beiden Begriffe Klassieren und Klassifizieren häufig quasi-synonnym verwendet.

Klassifikationswissenschaft

Klassifikationswissenschaft ist die Lehre über die Klassifikationssysteme, ihre Theorie und Geschichte, ihre Praxis in der Bildung von Klassifikationssystemen, also die Bildung von Klassen und die Zuordnung von Klassen zu Gegenständen. Sie gründet sich auf das Wissen über Begriffsbeziehungen nach formalen, kategorialen und materialen Aspekten und dem Wissen über Struktur- und Systembildung.

Beispiele

Siehe auch

Literatur

  • Bertram, Jutta: Einführung in die inhaltliche Erschließung: Grundlagen, Methoden, Instrumente Würzburg: Ergon-Verlag, 2005. (Content and communication; 2)
  • Lorenz, Bernd: Systematische Aufstellung in deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken. 3. durchgehend überarb. und erw. Aufl., Wiesbaden: Harrassowitz, 1995.
  • Lorenz, Bernd: Systematische Aufstellung in Vergangenheit und Gegenwart. Wiesbaden: Harrassowitz, 2003. (Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen ; 45)