OPAC

Aus ErschließungsWiki
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Der Online Public Access Catalogue (OPAC) ist die Benutzeroberfläche, mit der Bibliothekskunden auf Katalog-Datenbanken und die darin enthaltenen Metadaten, die den Bestand der jeweiligen Bibliothek nachweisen, zugreifen. Die Benutzer können so standortunabhängig und rund um die Uhr über das Internet im Bestand ihrer Bibliothek recherchieren, Titel bestellen, vormerken und verlängern.

Nicht immer ist im OPAC jedoch der gesamte Bestand einer Bibliothek enthalten, vor allem Altbestände wie Handschriften sind z.T. noch nicht retrokonvertiert und müssen über "konventionelle" Kataloge recherchiert und zum Teil mit Leihschein bestellt werden.

Darüber hinaus verzeichnet der OPAC nur selbstständige Literatur, also Monographien, Zeitschriften usw., nicht aber die darin enthaltenen unselbstständigen Artikel, Aufsätze o.ä., die in geeigneten Bibliographien recherchiert werden müssen.

© Bayerische Staatsbibliothek München

Suchmöglichkeiten

In der Regel bietet der OPAC neben einer einfachen Suche die Möglichkeit, differenzierte Suchanfragen in mehreren Suchfeldern (z.B. Autor, Titel, Schlagwort) abzusetzen, die mit Booleschen Operatoren verknüpft werden können.

Hilfreich ist oft eine Trunkierung von Suchbegriffen, über deren Schreibweise oder grammatikalische Form im Treffer man sich nicht sicher ist bzw. wenn man verschiedene Flexionsformen bei der Suche berücksichtigen möchte. Hierbei werden ein oder mehrere Buchstaben durch ein Trunkierungszeichen (z.B. *, #, ?) ersetzt.

Möchte man, dass bestimmte gesuchte Begriffe in genau derselben Reihenfolge im Ergebnis enthalten sind, empfiehlt es sich, nach ihnen als Phrase zu suchen. Hierfür wird die Begriffsfolge in "Anführungszeichen" gesetzt, z.B. "Der Spiegel".

Einfache Suche

Bei der einfachen Suche können in der Regel in einen Suchschlitz mehrere Begriffe eingegeben werden, die meist automatisch mit UND verknüpft werden. Dabei werden die kompletten Datensätze oder ausgewählte repräsentative Felder (Autor, Titel, ...) nach diesen Begriffen durchsucht. Sind im Rahmen der Kataloganreicherung eingescannte und mit Optical Character Recognition (OCR) recherchierbar gemachte Inhaltsverzeichnisse vorhanden, werden zum Teil auch diese in die Recherche einbezogen. Dadurch führt die einfache Suche oft zu großen, wenig spezifischen Treffermengen (hoher Recall, aber geringe Precision).

Erweiterte Suche

Die erweiterte Suche ermöglicht komplexere Suchanfragen in mehreren Suchfeldern, die mit den Booleschen Operatoren UND, ODER und NICHT auf verschiedenste Art und Weise verknüpft werden können. In Pull-Down-Menüs kann zudem ausgewählt werden, welche Felder der Datensätze auf welche Suchbegriffe durchsucht werden sollen. Dadurch sind sehr detaillierte Suchanfragen möglich, die in der Regel zu kleinen Treffermengen mit hoher Precision führen.

In einigen Katalogen gibt es zu einzelnen Suchkriterien (z.B. Autor, Schlagwort) Indices, in denen vor Absetzen der Suchanfrage der genaue Suchbegriff ermittelt werden kann.

Trefferliste

Die Ergebnisse der Anfrage werden in einer Trefferliste angezeigt, die in der Regel nach verschiedenen Kriterien sortiert werden kann. Oft ist eine weitere Einschränkung der Suchergebnisse in der Trefferliste über ein Drill-Down-Menü möglich.

Einzeltrefferanzeige

Die Einzeltrefferanzeige enthält neben den Titeldaten auch besitzerspezifische Daten wie die lokale Signatur, den Standort und Informationen zur Entleihbarkeit. Kann der Titel bestellt oder vorgemerkt werden, finden sich die entsprechenden Funktionen hier wieder. Bei E-Medien gelangt der Benutzer über einen Link zum Volltext. Daneben besteht in der Regel auch die Möglichkeit, den gefundenen Treffer in Merklisten zu speichern, per E-Mail zu versenden, in Literaturverwaltungsprogramme zu exportieren oder in sozialen Netzwerken zu teilen.

Kontofunktionen

Darüber hinaus bieten OPACs den Benutzern die Möglichkeit, auf ihr Bibliothekskonto zuzugreifen. So können sie sich nach Anmeldung mit ihrer Benutzernummer und dem persönlichen Kennwort einen Überblick über die entliehenen und bestellten Medien verschaffen und diese gegebenenfalls online verlängern.

Kataloganreicherung

Im Zuge des Catalogue Enrichment enthalten Trefferanzeigen immer mehr Informationen. So sind häufig Cover-Abbildungen, Inhaltsverzeichnisse oder Verlagsinformationen eingebettet, die von externen Anbietern bezogen oder von den Bibliotheken eigens für die Kataloganreicherung eingebunden werden. Die Kataloganreicherung hilft Literatursuchenden zum Einen bei der Auswahl der benötigten Literatur, darüber hinaus ermöglicht sie den Zugang zu unselbstständiger Literatur, die sonst nicht über den OPAC recherchierbar wäre, wenn beispielsweise Inhaltsverzeichnisse von Sammelbänden durchsucht werden können.

Web 2.0-Anwendungen und mobile Anwendungen in Bibliothekskatalogen

In modernen OPACs spielen Web 2.0-Anwendungen eine immer wichtigere Rolle.

  • Dazu gehören u.a. Share-Funktionen, also die Möglichkeit, gefundene Trefferlisten oder Einzeltreffer mit anderen Nutzern bzw. Freunden in großen Sozialen Netzwerken (z.B. Facebook, Twitter) zu teilen, wie dies im Internet heute fast überall üblich ist.
  • Weiteres wichtiges Element sind Recommender-Funktionen. Darunter versteht man Empfehlungen, die automatisch bei einem Treffer angezeigt werden und auf ähnliche Titel verweisen. Im Bibliothekswesen ist beispielsweise bibtip ein bekannter Recommenderdienst, der unter der Überschrift Andere Nutzer interessierten sich auch für... auf eventuell ebenfalls relevante Datensätze verlinkt.
  • Auch das Social Tagging hat in einige Bibliothekskataloge Einzug gehalten, beispielsweise in den Kölner UniversitätsGesamtkatalog. Dort können alle Benutzer zu den enthaltenen Treffern eigene freie Schlagwörter vergeben.
  • Weitere heute fast in allen OPACs zu findende Web 2.0-Anwendungen sind Alert-Dienste, die den Nutzern nach Abonnieren eines RSS-Feeds zu einer für sie interessanten Suchanfrage die passenden Neuerscheinungen automatisch in den persönlichen Feed-Reader übermitteln.

Neben den Web 2.0-Anwendungen werden auch mobile Anwendungen immer wichtiger. Hierbei lassen sich die heutigen OPACs in zwei große Gruppen einteilen.

  1. Eine Große Anzahl an Katalogen ermöglicht es Nutzern, Informationen über gefundene Treffer über QR-Codes auf ihr mobiles Endgerät (Smartphone, Tablet, ...) zu übertragen.
  2. Darüber hinaus bieten bereits einige OPACs eine vollständige mobile Version mit vollem Funktionsumfang an (inklusive Bestellfunktionen), ihre Anzahl wird wahrscheinlich kontinuierlich steigen.

Neuerungen und Entwicklungstendenzen

Die klassischen und bis heute noch gängigen Suchoberflächen befinden sich zur Zeit in einem strukturellen Wandlungsprozess. Anstelle eines erweiterten Suchformulars mit detailreichen Suchmöglichkeiten tritt mehr und mehr die Einschlitz-Suche über alle Felder in Kombination mit einer nachträglichen Filterung der Treffermenge durch Facettierungsmöglichkeiten des Drill-Down-Menüs.

Eine noch recht neue Entwicklung, die auch im Zusammenhang mit dieser neuen Form des Suchverhaltens steht, stellen die Discovery Services dar. Durch Einbinden großer Indices von kommerziellen Anbietern erhalten Benutzer große Treffermengen, die auch unselbstständige Literatur enthalten.

(siehe Hauptartikel: Discovery Service)

Weblinks

Literatur

  • Guidelines for Online Public Access Catalogue (OPAC) Displays : Final Report May 2005. Berlin [u.a.]: De Gruyter Saur, 2005 (IFLA Series on Bibliographic Control ; 2)