Publikumskatalog

Aus ErschließungsWiki
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Als Publikumskatalog bezeichnet man einen für die Nutzer der Bibliothek frei zugänglichen und benutzbaren Katalog. In diesem Sinne ist auch der OPAC ein Publikumskatalog.

Historisch betrachtet waren die Kataloge zunächst nur Arbeitsinstrumente der Bibliothekare (Dienstkatalog). Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden in fast allen größeren Gebrauchsbibliotheken gesonderte Kataloge geführt, in denen die Benutzer selbstständig recherchieren konnten.

Der Publikumskatalog unterscheidet sich von einem Dienstkatalog folgendermaßen:

  • der Publikumskatalog enthält meist weniger Informationen als der Dienstkatalog, weil
    • Publikumskataloge Auswahlkataloge sind
    • Nachträge und Berichtigungen nur in die Dienstkataloge eingearbeitet werden
    • Benutzer Katalogkarten entnehmen und falsch zurücklegen oder gar entwenden
  • um das Entnehmen durch den Benutzer zu verhindern, sind die Katalogkarten im Publikumskatalog häufig auf einer Metallstange aufgereiht

Der Alphabetische Katalog und der Systematische Standortkatalog wurden meistens in zwei Exemplaren als Dienst- und Publikumskatalog geführt.

Der Titelkatalog existierte nur als Publikumskatalog. Er verzeichnet den Bestand in alphabetischer Reihenfolge der Haupttitel. Dies betrifft vor allen Dingen Öffentliche Bibliotheken, in denen Romantitel oder Titel von Kinderliteratur alphabetisch geordnet und somit auffindbar waren.

Die Unterscheidung zwischen Dienst- und Publikumskatalog besteht nur bei konventionellen, d.h. nicht-elektronischen Katalogen, wie z.B. dem Zettelkatalog. Die Einführung des elektronischen Katalogs hat diese Unterscheidung in der Zugänglichkeit obsolet werden lassen. Im OPAC wird die begrenzte Dateneinsicht für den Bibliotheksbenutzer durch eine gesonderte Benutzeroberfläche realisiert.

Literatur

  • Haller, Klaus: Katalogkunde. Eine Einführung in die Formal- und Sacherschließung. 3. erweiterte Auflage. München 1998. S. 67-68.