RDA Toolkit

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Das RDA Toolkit ist der Name des elektronisch verfügbaren Regelwerkstextes Resource Description and Access und ist das zentrale Nachschlagewerk für die Formalerschließer. Das RDA Toolkit enthält sowohl den englisch-sprachigen Originaltext des Regelwerks, die offizielle deutsche Übersetzung sowie die Anwendungsrichtlinien für den deutschsprachigen Raum (D-A-CH AWR).

Daneben umfasst das elektronische Dokument den Regelwerkstext in weiteren europäischen Sprachen (Französisch, Italienisch, Spanisch, Katalanisch, Finnisch, Norwegisch) sowie Anwendungsrichtlinien weiterer Anwendergemeinschaften, wie zum Beispiel der Library of Congress und ihrer Partnerbibliotheken. Für die Katalogisierung in deutschsprachigen Bibliotheken ergänzen die D-A-CH AWR den internationalen Regelwerkstext und sind verbindlich.

Die Gliederung des Toolkits orientiert sich an den dem Regelwerk zugrunde liegenden Datenmodellen FRBR, FRAD und FRSAD. Die Abschnitte 1 bis 4 behandeln die bei der Katalogisierung zu erfassenden Elemente, die den Merkmalen der Entitäten Manifestation, Exemplar, Werk und Expression entsprechen. Der zweite Teil mit den Abschnitten 5 bis 10 enthält die Regelungen zu den Elementen, die in den drei FR-Modellen als Beziehungen modelliert sind. In der täglichen Katalogisierungspraxis verwendet man sehr häufig den Abschnitt 1, der die Merkmale von Manifestationen und Exemplaren behandelt.

Der Zugang zum Toolkit für den Dienstgebrauch wird durch eine Konsortiallizenz für Deutschland, Österreich und die Schweiz ermöglicht. Um das Toolkit aufzurufen, ist der Weg über DBIS empfehlenswert.

Weiterentwicklung des RDA Toolkits

RDA ist kein statisches Regelwerk, sondern entwickelt sich dynamisch weiter. Seit Einführung von RDA im deutschsprachigen Raum im Januar 2016 gab es bis Oktober 2017 sechsmal Änderungen an den D-A-CH AWR. Seit Dezember 2017 gibt es keine Änderungen am deutschen Regelwerkstext und den D-A-CH AWR mehr, da das gesamte Toolkit im Rahmen des 3R-Projekts rundum erneuert werden soll. Bis die neue deutsche Version des Toolkits verfügbar sein wird, ist der Regelwerkstext von Dezember 2017 die Grundlage für die Katalogisierung in deutschen Bibliotheken.

Das neue Toolkit im Zuge des 3R-Projekts

Im Zuge des RDA Toolkit Restructure and Redesign Projects (3R-Projekt) wird RDA an das das neue Datenmodell IFLA Library Reference Model angepasst. Im gleichen Zuge wird das RDA Toolkit grundlegend neu strukturiert werden.

Insgesamt soll das neue Toolkit eine durch und durch webbasierte Anwendung sein, wohingegen die erste Version eher einem statischen elektronischen Dokument gleicht. Die Anpassung des Regelwerks an das IFLA Library Reference Model zeigt sich auch im Toolkit, da die Entitäten des LRM-Modells das primäre Strukturelement bilden. Somit werden alle zu einer Entität gehörigen Elemente unter eben dieser Entität verzeichnet, egal ob dieses Element im Library Reference Model als Merkmal oder als Beziehung modelliert ist.

Insgesamt ist auch eine Tendenz zur stärkeren Generalisierung zu erkennen mit weniger konkreten Vorschriften. So wird es z.B. nur ein allgemeines Kapitel zu den Informationsquellen geben, wohingegen es in der ersten Version des Toolkits es bei jedem Element einen Abschnitt zu den Informationsquellen gab. Daneben verabschiedet man sich vom Konzept der Kernelemente. Dies war eine Menge von Elementen, die weltweit verpflichtend bei der Katalogisierung zu erfassen waren. Die Regelungen zu verpflichtenden Elementen werden im neuen Toolkit in den einzelnen Anwendungsrichtlinien zu finden sein. Für den deutschsprachigen Raum wird das Standardelemente-Set aber erhalten bleiben, sodass in Zukunft die Unterscheidung in Kernelemente und Zusatzelemente entfällt.

Neu ist desweiteren, dass es vier gleichberechtigte Erschließungsmethoden für fast alle Elemente geben wird: die unstrukturierte Beschreibung, die strukturierte Beschreibung, die Verwendung eines Identifiers oder die Verwendung einer URI bzw. IRI. In Folge dessen werden die Beispiele überarbeitet, sodass es für jedes Element Beispiele für alle vier Erschließungsarten geben soll.

Im Zuge der Umgestaltung zu einer webbasierten Anwendung erhält jede Regelwerksstelle einen eindeutigen maschinenlesbaren Identifier. Dafür entfällt die bisherige Nummerierung der Regelwerksabschnitte, durch die gerade in Schulungskontexten praktikabel auf eine konkrete Regelwerksstelle Bezug genommen werden konnte. Damit dem Katalogisierer die regelmäßige Arbeit mit dem Toolkit erleichtert wird, wird es viele neue Personalisierungsmöglichkeiten geben, wie z.B. das Anlegen von Lesezeichen und Notizen oder Einstellungen, welche Anwendungsrichtlinie standardmäßig angezeigt werden soll.

Seit dem 13. Juni 2018 ist die Beta-Version des neuen Toolkits in der derzeit gültigen ersten Version des Toolkits verlinkt. Allerdings sind an vielen Stellen bisher nur Platzhalter zu sehen, da der neue Regelwerkstext noch nicht komplett ausgearbeitet ist und auch die Übersetzungen und Anwendungsrichtlinien noch fehlen.

Literatur

  • Wiesenmüller, Heidrun; Horny, Silke: Basiswissen RDA. Eine Einführung für deutschsprachige Anwender. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Berlin: De Gruyter Saur 2017, S. 32.

Weblinks