Regeln für die alphabetische Katalogisierung

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Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung (RAK) sind ein Regelwerk zur Formalerschließung von Medien. Entsprechend den differierenden Anforderungen verschiedener Bibliothekstypen und spezieller Materialien wurden Anpassungen der RAK entwickelt bzw. - ohne durch eine offizielle Veröffentlichung zur Gültigkeit zu gelangen - projektiert. So gelten die RAK-WB für wissenschaftliche, die RAK-ÖB für öffentliche Bibliotheken, ferner RAK-Musik (Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Ausgaben musikalischer Werke), RAK-NBM (Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Nichtbuchmaterialien) u.a.m.

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Geschichte

Vorausgegangen waren den RAK die Münchner Katalogordnung und die Preußischen Instruktionen. Die RAK wurden von Kommissionen der DDR, der BRD und Österreichs gemeinsam erarbeitet, erschienen jedoch für die beiden deutschen Staaten in gesonderten Ausgaben (in der DDR 1976 und 1989, in der BRD 1977 und 1983). Der Weiterentwicklung des Regelwerks widmeten sich ab 1980 Gremien des Deutschen Bibliotheksinstituts in Berlin (DBI), mit der Entwicklung und Weiterentwicklung der Regeln für spezielle Materialien wurden dabei fallweise eigene Arbeits- und Expertengruppen beauftragt. So erfuhren insbesondere die RAK-WB stets Änderungen, Anpassungen und Präzisierungen. In die Entscheidungsprozesse wurden später auch die Bibliotheksverbünde (ab 1986) und die öffentlichen Bibliotheken (ab 1991) durch Vertretungen in den Gremien mit einbezogen. Nach der Auflösung des DBI 1999 erschienen die RAK im Jahr 2002 zum ersten Mal in der Verantwortung der Deutschen Nationalbibliothek (Expertengruppe Formalerschließung des Standardisierungsausschusses der Arbeitsstelle für Standardisierung). Im Hinblick auf das neu zu entwickelnde internationale Regelwerk RDA endete die Weiterentwicklung der RAK 2006.

Charakteristika

Die RAK zielen - entsprechend ihrer Entstehungszeit - auf die Einheitlichkeit von Kartenkatalogen. Insbesondere dienen die - z.T. komplexen - Regelungen zu Nebeneintragungen und Verweisungen der Definition von normierten alternativen Sucheinstiegen. Die auf den ersten Blick leicht beckmesserisch wirkenden Vorschriften zur Verwendung von Deskriptionszeichen wurden bereits im Hinblick auf die Maschinenlesbarkeit entworfen.

Trivia

Das gängige Lehrwerk zur Anwendung der RAK-WB von Haller und Popst fand sich bis zur verbindlichen Einführung des internationalen Regelwerkes RDA (und wohl noch danach) in der Schreibtischschublade eines jeden mit der Katalogisierung befassten Bibliothekars. Aufgrund dieser Omnipräsenz wurde das Lehrbuch von Bibliothekaren unter Anspielung auf die Farbe des Einbandes als Blaue Bibel bezeichnet.

Aufteilung

  • RAK-WB: Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken
  • RAK-ÖB: Regeln für die alphabetische Katalogisierung in öffentlichen Bibliotheken
  • RAK-Musik: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Ausgaben musikalischer Werke
  • RAK-NBM: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Nichtbuchmaterialien
  • RAK-Karten: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Karten
  • RAK-AV: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von AV-Medien
  • RAK-UW: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von unselbstständigen Werken (unveröffentlicht)
  • RAK-Körperschaften: Regeln für die alphabetische Katalogisierung von Körperschaften

Weblinks

Regelwerke und Arbeitshilfen auf der Webseite der DNB

Literatur

  • Haller, Klaus; Popst, Hans. Katalogisierung nach den RAK-WB: Ein Einführung in die Regeln für die alphabetische Katalogisierung in wissenschaftlichen Bibliotheken. 6., durchges. und aktualisierte Aufl. München: Saur, 2003.