Stichwort

Aus ErschließungsWiki
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Die Vergabe von Stichwörtern ist eine Form der verbalen Sacherschließung, also der inhaltlichen Erschließung eines Mediums.

Vorgehensweise

Als Stichwörter werden sinntragende Wörter aus der Titelangabe übernommen. Mit modernen, automatisierten Methoden ist es auch möglich, noch mehr Wörter eines Werkes als Stichwörter zu übernehmen. Nach erfolgter Kataloganreicherung können beispielsweise das Inhaltsverzeichnis, der Klappentext, oder bei E-Medien auch der komplette Volltext zur Stichworterzeugung verwendet werden.

Automatisierte Methode vs. intellektuelle Stichwortvergabe

Diese automatisierte Methode ist insofern von Vorteil, dass man dadurch sowohl Zeit, als auch Arbeit einspart. Allerdings wäre die intellektuelle Methode deswegen günstiger, weil eine reale Person genauer auf den präzisen Inhalt des vorliegenden Werks eingrenzen könnte. Durch eine viel umfassendere Stichwortliste wird zwar der Recall bei einer Suchanfrage erhöht, man erhält also eine größere Treffermenge, aber die Precision wird verringert, weil nicht alle Wörter in einem Text wirklich genau dessen Inhalt definieren oder im ganzen Werk eine bedeutende Rolle spielen. Sehr wichtig ist bei der automatisierten Stichwortfindung außerdem, dass vorher eine Liste von sogenannten Stoppwörtern, also von Wörtern, die keine inhaltliche Bedeutung haben, wie z.B. und, der, die, das, weil usw. angelegt wird.

Darstellungsweisen

Um die Stichworte darzustellen und zu kombinieren gibt es verschiedene Möglichkeiten: KWIC, KWAC und KWOC. Bei diesen Verfahren werden die Stichwörter in unterschiedlicher Reihenfolge und verschiedenen Bedeutungszusammenhängen dargestellt. Dieses "Umstellen" der einzelnen Begriffe wird als Permutation bezeichnet. Inzwischen spielt das Verfahren keine große Rolle mehr, da es vorrangig für die Recherche in Zettelkatalogen erforderlich war - in EDV-basierten Katalogen können Stichwörter in beliebiger Reihenfolge gesucht werden.

Keyword in Context (KWIC) bedeutet, dass die Stichwörter in ihrem Bedeutungszusammenhang dargestellt werden. Die Reihenfolge bleibt bestehen, die Stichwörter werden lediglich hervorgehoben, beispielsweise durch Unterstreichen oder Fettdruck. Keyword and Context (KWAC) bedeutet, dass die Reihenfolge der Stichwörter verändert wird. Keyword out of Context (KWOC) bedeutet, dass die Stichwörter unverbunden und außerhalb ihres Satzzusammenhanges dargestellt werden.

Beispiel

München wurde 1506 die Hauptstadt Bayerns.

Darstellung nach KWIC:
München wurde 1506 die Hauptstadt Bayerns.

Darstellung nach KWAC:
München | 1506 | Hauptstadt | Bayerns
Bayerns | Hauptstadt | München | 1506
Hauptstadt | Bayerns | 1506 | München
...etc.

Darstellung nach KWOC:
- München
- 1506
- Hauptstadt
- Bayerns

Verbesserungsmöglichkeiten

Außerdem gäbe es auch noch Verbesserungen für dieses automatisierte Stichwortverfahren, beispielsweise könnten auch Begriffe mit ihren Entsprechungen in anderen Sprachen verlinkt werden (Crosslinguale Verlinkung, siehe z.B: Dandelon.com). Weiter Methoden das Stichwortverfahren zu verbessern sind die Vermeidung von Flexionsformen durch die Rückführung eines Begriffs auf seine Wörterbuchform, oder die Zusammenführung mehrerer Stichwörter unter einem Deskriptor (vgl. Schlagwort).

Beispiele und Weblinks