Verbale Sacherschließung

Aus ErschließungsWiki
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Die verbale Sacherschließung ist neben der klassifikatorischen Erschließung der zweite Erschließungsbereich der Inhalts- oder Sacherschließung.

Durch die verbale Sacherschließung wird der Inhalt bzw. die Inhalte eines Werkes in natürlicher Sprache komprimiert wiedergegeben. Dies ermöglicht eine Suche nach Literatur bzw. Dokumenten zu einem bestimmten Thema, ohne Kenntnisse über die entsprechenden Systemstelle innerhalb einer hierarchischen Klassifikation zu haben.

Indexierung

Beim Indexieren werden einem Dokument Begriffe (Indexterme) zugeordnet, die den behandelten Gegenstand möglichst treffend beschreiben. Der verwendete Wortschatz kann dabei

Stichwort-Verfahren

siehe Hauptartikel: Stichwort

Bei der Vergabe von Stichwörtern werden inhaltstragende Begriffe aus dem Dokument selbst verwendet, um den Gegenstand des Dokuments recherchierbar zu machen. Dazu gibt es verschiedene Verfahren (KWIC, KWAC, KWOC, Kombinationsverfahren).

Wichtig ist das Stichwort-Verfahren vor allem bei großen Mengen an elektronischen Dokumenten, die dank automatischen Verfahren inhaltlich erschlossen werden können. Auch im Rahmen der Kataloganreicherung eingescannte Inhaltsverzeichnisse können dadurch bei einer freien Suche durchsucht werden. So wird auch an sich nicht im Katalog verzeichnete unselbstständige Literatur ein Stück weit berücksichtigt.

Schlagwort-Verfahren

siehe Hauptartikel: Schlagwort

Wird der Inhalt eines Dokuments durch Begriffe beschrieben, die nicht im Dokument selbst vorkommen müssen, sondern von Bearbeitern (frei oder aus einem kontrollierten Vokabular) vergeben werden, spricht man von Beschlagwortung.

Vergabe nicht normierter Schlagwörter

Werden einem Dokument inhaltsbeschreibende Benennungen hinzugefügt, deren Gebrauch nicht durch Regelwerke oder kontrollierte Vokabularien fest vorgegeben ist, spricht man von freier Beschlagwortung mit nicht normierten Schlagwörtern. Beispiele für dieses Verfahren sind die Methode Eppelsheimer oder das im Web 2.0 weit verbreitete (Social) Tagging.

Vergabe normierter Schlagwörter

Normierte Schlagwörter unterliegen einer terminologischen Kontrolle und sind Bestandteil eins kontrollierten Vokabulars. Dies kann ein Thesaurus oder eine auf einem Regelwerk (z.B. RSWK) basierende Normdatei sein.

Syntaktische Verfahren

Erstellen eines Abstracts

Neben dem Indexieren, also der Vergabe von Einzelbegriffen zur Beschreibung des Dokumentinhalts, gibt es die Möglichkeit, den Inhalt eines Dokuments in ganzen Sätzen, also in syntaktischen Strukturen, wiederzugeben. Ergebnis dieses Verfahrens sind Abstracts oder Rezensionen.

Im bibliothekarischen Umfeld spielen syntaktische Verfahren eher als Randerscheinung eine Rolle: Abstracts und Rezensionen können bei der Bewertung der Relevanz der im Katalog gefundenen Treffer helfen. In der Regel werden sie aber nicht aktiv von Bibliothekaren erstellt, da die dafür nötige Erschließungsarbeit sehr aufwändig ist. Zudem eignen sich Abstracts und Rezensionen nur bedingt für eine Recherche, sie können über die Stichwortsuche gefunden werden und erhöhen somit die Trefferanzahl, die aber nicht sehr präzise sind.