International Cataloguing Principles: Unterschied zwischen den Versionen

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:: Zu den Sucheinstiegen für einen bibliografischen Datensatz gehören die Ansetzungsformen der Sucheinstiege für das Werk/für die Expression (in normierter Form), die in der Ressource verkörpert sind, der Titel der  
 
:: Manifestation (normalerweise in nicht normierter Form) sowie die Ansetzungsformen der Sucheinstiege für die geistigen Schöpfer von Werken.  
 
:: Manifestation (normalerweise in nicht normierter Form) sowie die Ansetzungsformen der Sucheinstiege für die geistigen Schöpfer von Werken.  
::: Körperschaft als [[Geistiger Schöpfer|geistiger Schöpfer]]: Eine Körperschaft soll als der geistige Schöpfer von Werken angesehen werden, die den kollektiven Gedanken oder die Tätigkeit der Körperschaft zum Ausdruck bringen, oder wenn die Formulierung des Titels in Verbindung mit der Art des Werks deutlich impliziert, dass die Körperschaft insgesamt für den Inhalt des Werks verantwortlich ist. Das gilt auch dann, wenn eine Person in ihrer Eigenschaft als Funktionsträger oder Angestellter der Körperschaft genannt ist.  
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::: Körperschaft als geistiger Schöpfer: Eine Körperschaft soll als der geistige Schöpfer von Werken angesehen werden, die den kollektiven Gedanken oder die Tätigkeit der Körperschaft zum Ausdruck bringen, oder wenn die Formulierung des Titels in Verbindung mit der Art des Werks deutlich impliziert, dass die Körperschaft insgesamt für den Inhalt des Werks verantwortlich ist. Das gilt auch dann, wenn eine Person in ihrer Eigenschaft als Funktionsträger oder Angestellter der Körperschaft genannt ist.  
 
:: Zusätzlich sollen Sucheinstiege für bibliografische Datensätze mit den Ansetzungsformen der Sucheinstiege für Personen, Familien, Körperschaften und Schlagworte angelegt werden, die für das Auffinden und Identifizieren der beschriebenen bibliografischen Ressource als wichtig angesehen werden.  
 
:: Zusätzlich sollen Sucheinstiege für bibliografische Datensätze mit den Ansetzungsformen der Sucheinstiege für Personen, Familien, Körperschaften und Schlagworte angelegt werden, die für das Auffinden und Identifizieren der beschriebenen bibliografischen Ressource als wichtig angesehen werden.  
 
:: Zu den Sucheinstiegen für einen Normdatensatz gehören die Ansetzungsform des Namens der Entität ebenso wie abweichende Formen dieses Namens.  
 
:: Zu den Sucheinstiegen für einen Normdatensatz gehören die Ansetzungsform des Namens der Entität ebenso wie abweichende Formen dieses Namens.  

Aktuelle Version vom 1. Oktober 2018, 09:23 Uhr

Die International Cataloguing Principles sind von der IFLA formulierte Grundsätze, die nach internationaler Übereinkunft, der Katalogisierung zugrunde liegen sollen. Sie gehen zurück auf das "Statement of Principles", allgemein bekannt als “Paris Principles”, die 1961 von der International Conference on Cataloguing Principles verabschiedet worden waren. Diese hatten zum Ziel, als Basis für die internationale Standardisierung in der Katalogisierung zu dienen, was auch erreicht wurde: Die meisten Katalogisierungsregelwerke, die in der Folgezeit weltweit entwickelt wurden, folgten den Prinzipien ganz oder wenigstens in hohem Maß.

Mehr als vierzig Jahre später war das Bedürfnis nach gemeinsamen internationalen Katalogisierungsregeln gewachsen, weil Katalogisierer und Benutzer weltweit OPACs nutzen und in Zeiten des Informationszeitalters Nichtbuchmedien eine gesteigerte Rolle spielen. Diesen geänderten Benutzeranforderungen trug der Vorstoß der IFLA Rechnung, das oberste Prinzip war der Komfort des Katalognutzers.

Die ICP ersetzen die “Paris Principles” und weiten den Geltungsbereich von rein textlichen Werken auf alle Materialarten aus. Sie umfasst nicht nur Prinzipien und Ziele (d. h. Funktionen des Katalogs), sondern auch Regelungen, die international in Katalogisierungsregelwerken enthalten sein sollten. Auch enthält sie Anleitung für Suchfunktionen.

Ifla cataloguing principles.png

Die Erklärung beinhaltet:

  1. Geltungsbereich
  2. Allgemeine Prinzipien
  3. Entitäten, Merkmale und Beziehungen
  4. Aufgaben und Funktionen des Katalogs
  5. Bibliografische Beschreibung
  6. Sucheinstiege
  7. Grundlagen für Suchfunktionen

Die Prinzipien bauen auf den großen Katalogtraditionen der Welt sowie auf dem konzeptionellen Modell der Functional Requirements for Bibliographic Records (FRBR) der IFLA auf

Geltungsbereich

Die hier aufgeführten Prinzipien sind als Leitlinie für die Entwicklung von Katalogisierungsregelwerken gedacht. Sie sind auf bibliografische Daten und Normdaten sowie derzeitige Bibliothekskataloge anwendbar. Die Prinzipien können auch auf Bibliografien und andere Dateien angewendet werden, die von Bibliotheken, Archiven, Museen und anderen Communitys erstellt werden. Sie zielen auf einen einheitlichen Ansatz für die formale und sachliche Erschließung bibliografischer Ressourcen aller Art.

Allgemeine Prinzipien

  • Benutzerkomfort. Entscheidungen bei der Erstellung von Beschreibungen und normierten Namensformen für Sucheinstiege sollen im Hinblick auf den Benutzer gefällt werden.
  • Allgemeine Gebräuchlichkeit. Vokabular, das in Beschreibungen und für Sucheinstiege verwendet wird, soll im Einklang mit dem von der Mehrheit der Benutzer verwendeten Vokabular stehen.
  • Wiedergabe. Beschreibungen und normierte Namensformen sollen sich danach richten, wie die Entität selbst sich beschreibt.
  • Richtigkeit. Die beschriebene Entität soll zutreffend dargestellt werden.
  • Ausführlichkeit und Notwendigkeit. Es sollen nur die Datenelemente in Beschreibungen und normierten Namensformen für Sucheinstiege aufgeführt werden, die für die Erfüllung der Benutzeranforderungen benötigt werden, und die für eine eindeutige Identifizierung einer Entität notwendig sind.
  • Bedeutung. Die Datenelemente sollen bibliografisch bedeutsam sein.
  • Ökonomie. Bestehen alternative Möglichkeiten, ein Ziel zu erreichen, so soll derjenigen Möglichkeit Vorrang eingeräumt werden, die ökonomischen Gesichtspunkten am besten dient (d. h. derjenigen, welche die geringsten Kosten verursacht oder den einfachsten Ansatz darstellt).
  • Konsistenz und Standardisierung. Beschreibungen und die Bildung von Sucheinstiegen sollen soweit wie möglich standardisiert sein. Dies ermöglicht eine größere Konsistenz, die wiederum die Möglichkeit der gemeinsamen Nutzung von bibliografischen Daten und Normdaten vergrößert.
  • Integration. Die Beschreibungen für alle Materialarten und normierten Namensformen aller Entitätenarten sollen auf gebräuchlichen Regeln beruhen, insofern diese relevant sind.

Die Regeln eines Katalogisierungsregelwerkes sollen nachvollziehbar und nicht beliebig sein. Diese Prinzipien können sich in bestimmten Situation durchaus einmal widersprechen. In solchen Fällen sollen nachvollziehbare, praktische Lösungen zur Anwendung kommen.

Entitäten, Merkmale und Beziehungen

Ein Katalogisierungsregelwerk sollte die Entitäten, Merkmale und Beziehungen berücksichtigen, die in den konzeptionellen Modellen des bibliografischen Universums definiert sind.

  • Entitäten: Die folgenden Entitäten können durch bibliografische Daten und Normdaten repräsentiert werden:
Werk
Expression
Manifestation
Exemplar
Person
Familie
Körperschaft
Begriff
Gegenstand
Ereignis
Ort.
  • Merkmale: Die Merkmale, die jede Entität identifizieren, sollen als Datenelemente verwendet werden.
  • Beziehungen: Bibliografisch aussagekräftige Beziehungen zwischen den Entitäten sollen kenntlich gemacht werden.

Aufgaben und Funktionen des Katalogs

Der Katalog sollte ein effektives und effizientes Instrument sein, das einen Benutzer in die Lage versetzt:

  • als Resultat einer Suche nach Merkmalen oder Beziehungen einer Ressource bibliografische Ressourcen in einer Sammlung zu finden und zwar:
eine einzelne Ressource zu finden;
Zusammenstellungen von Ressourcen zu finden, die
  1. alle Ressourcen beinhalten, die zu demselben Werk gehören,
  2. alle Ressourcen beinhalten, welche die selbe Expression verkörpern,
  3. alle Ressourcen beinhalten, welche die selbe Manifestation veranschaulichen;
  4. alle Ressourcen beinhalten, welche mit einer bestimmten Person, Familie oder Körperschaft assoziiert sind,
  5. alle Ressourcen zu einem bestimmten Thema beinhalten und alle Ressourcen beinhalten, welche durch andere Kriterien definiert werden (Sprache, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr, Art des Inhalts, Art des Trägers etc.), die üblicherweise zur weiteren Einschränkung eines Suchergebnisses dienen.
  • eine bibliografische Ressource oder einen “Agenten” zu identifizieren (d. h. zu bestätigen, dass die beschriebene Entität der gesuchten Entität entspricht, oder zwischen zwei und mehr Entitäten mit ähnlichen Merkmalen zu unterscheiden);
  • eine bibliografische Ressource auszuwählen, welche die Benutzerbedürfnisse erfüllt (d. h. eine Ressource auszuwählen, die den Benutzeranforderungen im Hinblick auf Medium, Inhalt, Träger etc. entspricht, oder eine Ressource abzulehnen, die nicht den Benutzeranforderungen entspricht);
  • ein beschriebenes Exemplar zu erwerben oder Zugang zu ihm zu erhalten (d. h. Informationen anzubieten, die den Benutzer in die Lage versetzen, ein Exemplar durch Kauf, Ausleihe etc. zu erhalten oder durch eine Online-Verbindung zu einer externen Quelle auf elektronischem Wege Zugang zu erhalten); oder auf Normdaten oder bibliografische Daten zuzugreifen, sie zu erwerben oder Zugang zu ihnen zu erhalten;
  • innerhalb eines Katalogs und darüber hinaus zu navigieren (d. h. durch die logische Anordnung von bibliografischen Daten und Normdaten und die Darstellung von eindeutigen Wegen, um sich zwischen ihnen hin und her zu bewegen, einschließlich einer Darstellung von Beziehungen zwischen Werken, Expressionen, Manifestationen, Exemplaren, Personen, Familien, Körperschaften, Begriffen, Gegenständen, Ereignissen und Orten).

Bibliografische Beschreibung

  • Im Allgemeinen sollte für jede Manifestation eine eigene bibliografische Beschreibung erstellt werden.
  • Eine bibliografische Beschreibung soll typischerweise auf dem Exemplar als dem Repräsentant der Manifestation beruhen und kann Merkmale enthalten, die zu dem in ihr verkörperten Werk (den Werken) und zu der in ihr verkörperten Expression (den Expressionen) gehören.
  • Beschreibende Daten sollen auf einem international akzeptierten Standard basieren.
  • Der Grad der Ausführlichkeit von bibliografischen Beschreibungen kann je nach Zweck eines Katalogs oder einer bibliografischen Datei unterschiedlich sein. Informationen über den Grad der Ausführlichkeit sollen dem Benutzer zugänglich sein.

Sucheinstiege

  • Sucheinstiege zum Auffinden von bibliografischen Daten und Normdaten müssen nach den allgemeinen Prinzipien angelegt werden. Sie können normiert oder nicht normiert sein.
Normierte Sucheinstiege sollen für die Ansetzungsform und abweichende Namensformen von Entitäten wie Personen, Familien, Körperschaften, Werke, Expressionen, Manifestationen, Exemplare, Begriffe, Gegenstände, Ereignisse und Orte angeboten werden. Normierte Sucheinstiege liefern die notwendige Konsistenz, um die bibliografischen Datensätze für Zusammenstellungen von Ressourcen zusammentragen zu können.
Normdatensätze sollen angelegt werden, um die Ansetzungsform, die abweichenden Namensformen und die Identifikatoren zu kontrollieren, die als Sucheinstiege verwendet werden.
Nicht normierte Sucheinstiege können als bibliografische Daten für Namen, Titel (z. B. Haupttitel, wie er in einer Manifestation gefunden wurde), Codes, Stichwörter etc. angeboten werden, die nicht durch Normdatensätze kontrolliert werden.
  • Wahl der Sucheinstiege
Zu den Sucheinstiegen für einen bibliografischen Datensatz gehören die Ansetzungsformen der Sucheinstiege für das Werk/für die Expression (in normierter Form), die in der Ressource verkörpert sind, der Titel der
Manifestation (normalerweise in nicht normierter Form) sowie die Ansetzungsformen der Sucheinstiege für die geistigen Schöpfer von Werken.
Körperschaft als geistiger Schöpfer: Eine Körperschaft soll als der geistige Schöpfer von Werken angesehen werden, die den kollektiven Gedanken oder die Tätigkeit der Körperschaft zum Ausdruck bringen, oder wenn die Formulierung des Titels in Verbindung mit der Art des Werks deutlich impliziert, dass die Körperschaft insgesamt für den Inhalt des Werks verantwortlich ist. Das gilt auch dann, wenn eine Person in ihrer Eigenschaft als Funktionsträger oder Angestellter der Körperschaft genannt ist.
Zusätzlich sollen Sucheinstiege für bibliografische Datensätze mit den Ansetzungsformen der Sucheinstiege für Personen, Familien, Körperschaften und Schlagworte angelegt werden, die für das Auffinden und Identifizieren der beschriebenen bibliografischen Ressource als wichtig angesehen werden.
Zu den Sucheinstiegen für einen Normdatensatz gehören die Ansetzungsform des Namens der Entität ebenso wie abweichende Formen dieses Namens.
Zusätzliche Einstiege können unter Namen von verwandten Entitäten angelegt werden.
  • Ansetzungsform der Sucheinstiege: Die Ansetzungsform des Sucheinstiegs für den Namen einer Entität soll zusammen mit Identifikatoren für die Entität und abweichenden Formen des Namens in einem Normdatensatz verzeichnet werden. Eine Ansetzungsform des Sucheinstiegs kann als Standard Anzeigeform benötigt werden.
Ansetzungsformen der Sucheinstiege müssen gemäß einem Standard gebildet werden.
Sprache und Schrift der Ansetzungsform der Sucheinstiege
  1. Liegen Namen in verschiedenen Sprachen und/oder Schriften vor, so soll für die Ansetzungsform des Sucheinstiegs für den Namen die Information bevorzugt werden, die in Manifestationen des Werkes in der Originalsprache und –schrift ausgedrückt wird. Wenn aber die Originalsprache oder –schrift normalerweise nicht im Katalog verwendet wird, so kann die Ansetzungsform des Sucheinstiegs auf Formen basieren, die in Manifestationen oder in Nachschlagewerken gefunden werden, die in einer für die Katalogbenutzer am besten geeigneten Sprache oder Schrift verfasst sind. Soweit möglich soll der Zugriff in der Originalsprache und –schrift durch einen normierten Sucheinstieg geboten werden, entweder durch die Ansetzungsform oder eine abweichende Form des Namens.
  2. Wenn transliteriert werden muss, soll ein internationaler Standard für die Umschrift verwendet werden
Wahl der Ansetzungsform des Sucheinstiegs: Der Name, der als Ansetzungsform des Sucheinstiegs für eine Entität ausgewählt wird, soll auf dem Namen basieren, der diese Entität gleich bleibend identifiziert, entweder weil es sich um den in den Manifestationen am häufigsten vorkommenden Namen handelt oder um einen allgemein anerkannten, den Katalogbenutzern vertrauten Namen, wie er in Nachschlagewerken vorkommt (z. B. ein gebräuchlicher Name).
  1. Wahl der Ansetzungsform des Sucheinstiegs für Personen, Familien, Körperschaften Wenn eine Person, Familie oder Körperschaft verschiedene Namen oder verschiedene Namensformen benutzt, soll für jede zu unterscheidende Identität ein Name oder eine Namensform als Basis für die Ansetzungsform des Sucheinstiegs bestimmt werden. Wenn unterschiedliche Formen des Namens in Manifestationen und/oder Nachschlagewerken gefunden werden und diese Abweichung nicht auf unterschiedlichen Darstellungen desselben Namens basiert (z. B. vollständige und abgekürzte Formen), soll der Vorzug gegeben werden: wo das sinnvoll ist, einem allgemein bekannten (oder gebräuchlichen) Namen vor dem offiziellen Namen oder wenn es keinen Hinweis auf einen allgemein bekannten oder gebräuchlichen Namen gibt, dem offiziellen Namen. Wenn eine Körperschaft nacheinander unterschiedliche Namen benutzt hat, die nicht als geringfügige Variationen eines Namens angesehen werden können, soll jede Entität, die durch eine gravierende Namensänderung identifiziert wird, als neue Entität angesehen werden. Die entsprechenden Normdatensätze für die einzelnen Entitäten sollen miteinander verknüpft werden, normalerweise dadurch, dass jeweils auf die frühere und spätere Ansetzungsform des Namens der Körperschaft verwiesen wird.
  2. Wahl der Ansetzungsform des Sucheinstiegs für das Werk und für die Expression Wenn es unterschiedliche Titel für ein Werk gibt, soll ein Titel als Grundlage für die Ansetzungsform des Sucheinstiegs für das Werk bzw. der Expression bestimmt werden.
Namensform für die Ansetzungsform von Sucheinstiegen
  1. Namensform von Personen: Besteht der Name einer Person aus mehreren Wörtern, so wird das erste Wort für die Ansetzungsform des Sucheinstiegs nach den Regeln des Landes und der Sprache angesetzt, die vorrangig mit der Person in Verbindung stehen. Dies kann in Manifestationen oder in Nachschlagewerken festgestellt werden.
  2. Namensform von Familien: Besteht der Name einer Familie aus mehreren Wörtern, so wird das erste Wort für die Ansetzungsform des Sucheinstiegs nach den Regeln des Landes und der Sprache angesetzt, die vorrangig mit der Familie in Verbindung stehen. Dies kann in Manifestationen oder in Nachschlagewerken festgestellt werden.
  3. Namensform von Körperschaften: Für die Ansetzungsform des Sucheinstiegs für eine Körperschaft soll der Name in der Wortfolge angesetzt werden, in der er in Manifestationen oder Nachschlagewerken zu finden ist, außer wenn die Körperschaft Teil einer Jurisdiktion oder einer Gebietskörperschaft ist, dann soll die Ansetzungsform des Sucheinstiegs die gegenwärtig verwendete Namensform des betreffenden Gebietes beinhalten in der Sprache und Schrift, die am besten den Anforderungen der Katalogbenutzer entspricht; wenn der Körperschaftsname eine Unterordnung oder eine untergeordnete Funktion impliziert oder wenn er nicht ausreicht, um die untergeordnete Körperschaft zu identifizieren, soll die Ansetzungsform des Sucheinstiegs mit dem Namen der übergeordneten Körperschaft beginnen.
  4. Namensform für Werke und Expressionen: Als Ansetzungsform des Sucheinstiegs für ein Werk, eine Expression, eine Manifestation oder ein Exemplar dient entweder ein Titel, der allein aussagekräftig ist, oder ein Titel in Verbindung mit der Ansetzungsform des Sucheinstiegs für den bzw. die geistigen Schöpfers des Werkes.
  5. Unterscheidung von Namen: Um eine Entität von anderen mit dem selben Namen unterscheiden zu können, sollen als Teil der Ansetzungsform der Sucheinstiege weitere identifizierende Merkmale hinzugefügt werden. Die selben identifizierenden Eigenschaften können als Teil der abweichenden Formen eines Namens hinzugefügt werden.
  • Abweichende Namen und abweichende Namensformen: Unabhängig davon, welcher Name als Ansetzungsform des Sucheinstiegs gewählt wird, sollen die davon abweichenden Namen und abweichenden Namensformen ebenso für normierte Sucheinstiege berücksichtigt werden.

Grundlagen für Suchfunktionen

  • Suchen: Sucheinstiege sind Bestandteile von bibliografischen Datensätzen und von Normdatensätzen, die 1) ein verlässliches Retrieval von bibliografischen Datensätzen und Normdatensätzen und den dazugehörigen bibliografischen Ressourcen ermöglichen und 2) Treffermengen einschränken.
Suchmöglichkeiten: Namen, Titel und Schlagwörter sollen mithilfe von allen in einem bestimmten Bibliothekskatalog oder einer bibliografischen Datei verfügbaren Mitteln suchbar und retrievalfähig gemacht werden (durch vollständige Namensformen, Stichwörter, Phrasen, Trunkierung, Identifikatoren etc.)
Notwendige Sucheinstiege: Notwendige Sucheinstiege sind diejenigen, die auf den Hauptmerkmalen und -beziehungen einer Entität basieren, die in einem bibliografischen Datensatz oder Normdatensatz vorkommen.
  1. Zu den notwendigen Sucheinstiegen für bibliografische Datensätze gehören: Ansetzungsform des Sucheinstiegs für den Namen des geistigen Schöpfers (“creator”) oder des erstgenannten geistigen Schöpfers, wenn mehr als einer genannt ist; Ansetzungsform des Sucheinstiegs für das Werk/die Expression (dazu kann auch die Ansetzungsform des Sucheinstiegs für den geistigen Schöpfer gehören); Hauptsachtitel oder vorliegender Titel einer Manifestation Erscheinungsjahr(e)/Veröffentlichungsjahr(e) einer Manifestation Schlagwortansetzungen, und/oder Notationen für das Werk Standardnummern, Identifikatoren und „Key Title“ der beschriebenen Entität
  2. Zu den notwendigen Sucheinstiegen für Normdatensätze gehören: Ansetzungsform des Namens oder des Titels der Entität; Identifikatoren für die Entität; abweichende Namen und abweichende Formen des Namens oder des Titels einer Entität.
Zusätzliche Sucheinstiege: Merkmale aus anderen Bereichen der bibliografischen Beschreibung oder des Normdatensatzes können als fakultative Sucheinstiege verwendet werden oder als Filter bzw. zur Eingrenzung bei der Suche verwendet werden.
  1. Solche Merkmale in bibliografischen Datensätzen umfassen, ohne auf diese beschränkt zu sein: Namen weiterer geistiger Schöpfer über den ersten hinaus Namen von Personen, Familien oder Körperschaften, die nicht geistige Schöpfer sind (z. B. Darsteller); abweichende Titel (z. B. Paralleltitel, Kopftitel); Ansetzungsform für Sucheinstiege von Schriftenreihen; Identifikatoren bibliografischer Datensätze; Sprache der Expression, die in der Manifestation verkörpert ist; Erscheinungsort; Art des Inhalts; Art des Trägers
  2. Solche Merkmale in Normdatensätzen umfassen, ohne auf diese beschränkt zu sein: Namen oder Titel von verwandten Entitäten Identifikatoren von Normdatensätzen
  • Retrieval: Wenn eine Suche mehrere Datensätze mit den selben Sucheinstiegen findet, sollen die Datensätze in einer logischen Ordnung angezeigt werden, die für den Katalogbenutzer zweckmäßig ist, vorzugsweise gemäß einem Standard, der für die Sprache und Schrift des Sucheinstiegs relevant ist.


Weblinks

Literatur