Klartext: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Begriff Klartext kommt ursprünglich aus der Kryptographie und bedeutet, dass ein offener Text vorliegt, der durch einen Code verschlüsselt und anschließend auch wieder entschlüsselt werden kann.[1]<ref>https://de.wikipedia.org/wiki/Klartext_(Kryptographie)</ref> In Bezug auf Bibliotheken bedeutet Klartext, dass die herkömmlichen Signaturen aufgelöst und in nachvollziehbare Begriffe umgewandelt werden. Die Klartext-Systematik oder auch Klarschrift genannt, wird vor allem in öffentlichen Bibliotheken seit einigen Jahren angewendet.
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Der Begriff Klartext kommt ursprünglich aus der Kryptographie und bedeutet, dass ein offener Text vorliegt, der durch einen Code verschlüsselt und anschließend auch wieder entschlüsselt werden kann. In Bezug auf Bibliotheken bedeutet Klartext, dass die herkömmlichen Signaturen aufgelöst und in nachvollziehbare Begriffe umgewandelt werden. Die Klartext-Systematik oder auch Klarschrift genannt, wird vor allem in öffentlichen Bibliotheken seit einigen Jahren angewendet.
Beim Einsatz der Klartext-Systematik ändert sich nicht nur das Signaturschild, sondern die bisher angewandte Systematik (ASB, SSD, SKJ).  Dadurch muss auch die Aufstellung und Präsentation des Bestandes umgestaltet werden. Die Klartext-Systematik soll selbsterklärend sein, dem Benutzer eine schnellere Orientierung ermöglichen sowie die Präsentation der Bestände benutzerfreundlicher gestalten.
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Beim Einsatz der Klartext-Systematik ändert sich nicht nur das Signaturschild, sondern die bisher angewandte Systematik ([[Allgemeine Systematik für Öffentliche Bibliotheken|ASB]], [https://de.wikipedia.org/wiki/Systematik_der_Stadtbibliothek_Duisburg SSD], [http://www.sfb-online.de/wiki/index.php?title=Systematik_f%C3%BCr_Kinder-_und_Jugendliteratur SKJ]).  Dadurch muss auch die Aufstellung und Präsentation des Bestandes umgestaltet werden. Die Klartext-Systematik soll selbsterklärend sein, dem Benutzer eine schnellere Orientierung ermöglichen sowie die Präsentation der Bestände benutzerfreundlicher gestalten.
  
  

Version vom 31. Januar 2019, 12:35 Uhr

Der Begriff Klartext kommt ursprünglich aus der Kryptographie und bedeutet, dass ein offener Text vorliegt, der durch einen Code verschlüsselt und anschließend auch wieder entschlüsselt werden kann. In Bezug auf Bibliotheken bedeutet Klartext, dass die herkömmlichen Signaturen aufgelöst und in nachvollziehbare Begriffe umgewandelt werden. Die Klartext-Systematik oder auch Klarschrift genannt, wird vor allem in öffentlichen Bibliotheken seit einigen Jahren angewendet. Beim Einsatz der Klartext-Systematik ändert sich nicht nur das Signaturschild, sondern die bisher angewandte Systematik (ASB, SSD, SKJ). Dadurch muss auch die Aufstellung und Präsentation des Bestandes umgestaltet werden. Die Klartext-Systematik soll selbsterklärend sein, dem Benutzer eine schnellere Orientierung ermöglichen sowie die Präsentation der Bestände benutzerfreundlicher gestalten.


Beispiel

Die Klartext-Systematik beruht auf übergeordneten Themen bzw. Interessen (oft auch „Kabinette“ oder „Welten“ genannt), wodurch thematisch zusammengehörige Medien gemeinsam an einer Stelle stehen, und nicht wie bisher auf verschiedene Sachgruppen verteilt sind. Die Hauptgruppe für Sachliteratur „Beruf & Ausbildung“ umfasst beispielsweise Medien aus den ASB-Sachgruppen „Hkk“ (H= Wirtschaft), „Mck“ (M= Psychologie) und „Nlk“ (N= Pädagogik). Die Feinsortierung nach Nachnamen der Autor*innen entfällt meist in der Klartext-Systematik.


Die bayerische Klartext-Systematik

Die bayerische Klartext-Systematik umfasst:

  • 39 Hauptgruppen für Sachliteratur (Erwachsene)
  • 11 Interessenkreise für Schöne Literatur
  • 15 Hauptgruppen für Sachliteratur (Kinder/Jugend)
  • 32 Interessenskreise mit Altersergänzungen für erzählende Kinder- und Jugendliteratur
  • Ein Register mit ca. 200 Stichwörtern für Sachliteratur (Kinder/Jugend)
  • Einen Vorschlag zur Bildung von Kabinetten

Die bayerische Klartext-Systematik kann als Excel-Datei auf der Homepage der Landesfachstelle (www.oebib.de/Erschliessung.html) heruntergeladen und von der anwendenden Bibliothek individuell bearbeitet und gepflegt werden.


Literatur

Gfesser, Olga: Leichtere Orientierung und neue Raumaufteilung: Umstellung des Sachbuchbestandes auf Interessenskreise in Leinfelden-Echterdingen. In: BuB 54 (2002), 2, S. 114-117.

Schneider, Ingrid: (Bayerische) Bibliotheken sprechen Klartext. In: Bibliotheksforum Bayern 6 (2012), S. 105-108. (https://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2012-2/BFB_0212_11_Schneider_V04.pdf)

Seefeldt, Jürgen; Metz, Claudia: Unterhaltungsliteratur in öffentlichen Bibliotheken. 3. Aufl. Bad Honnef: Bock und Herchen 2002. Stein, Anette: Intuitive Kundenführung. In: BuB 51 (1999) H. 5, S. 340-341. Strohmenger, Klaus; Götz, Martin: Themen in Welten – ohne Systematik. In: BuB 55 (2003) 1, S. 31-34.


Einzelnachweise

https://de.wikipedia.org/wiki/Klartext_(Kryptographie)

Ingrid Schneider: (Bayerische) Bibliotheken sprechen Klartext. In: Bibliotheksforum Bayern 6 (2012), S. 105–108.