Normdatei: Unterschied zwischen den Versionen

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Eine Normdatei (engl. Authority File)  ist ein Verzeichnis, in dem hinterlegt ist, welche Form bei der Ansetzung eines Personennamens, einer Körperschaft oder eines Schlagwortes gewählt werden muss. Der Normdatensatz enthält sowohl die bevorzugten Namen (für Individualnamen) bzw. Benennungen (für Sachbegriffe) als auch alle abweichenden Formen. Daneben beinhaltet er noch Erläuterungen (z.B. zu Lebens- und Wirkungsdaten einer Person) sowie Hinweise zu verwendeten Nachschlagewerken. Bei der Katalogisierung in der Verbunddatenbank wird der Titeldatensatz eines Werkes über eine Identifikationsnummer mit dem Normdatensatz verknüpft.  
 
Eine Normdatei (engl. Authority File)  ist ein Verzeichnis, in dem hinterlegt ist, welche Form bei der Ansetzung eines Personennamens, einer Körperschaft oder eines Schlagwortes gewählt werden muss. Der Normdatensatz enthält sowohl die bevorzugten Namen (für Individualnamen) bzw. Benennungen (für Sachbegriffe) als auch alle abweichenden Formen. Daneben beinhaltet er noch Erläuterungen (z.B. zu Lebens- und Wirkungsdaten einer Person) sowie Hinweise zu verwendeten Nachschlagewerken. Bei der Katalogisierung in der Verbunddatenbank wird der Titeldatensatz eines Werkes über eine Identifikationsnummer mit dem Normdatensatz verknüpft.  
  
Die Normdatei erspart dem Katalogisierer bei der Erschließung Arbeit, da er nicht mehr selbst die richtige Ansetzungsform ermitteln muss. Sie garantiert zudem die Einheitlichkeit und somit auch die Qualität der Katalogisierung. Die hinterlegten abweichenden Formen ermöglichen, dass bei der Recherche in einem elektronischen Bibliothekskatalog mit einem Suchbegriff, der nicht der bevorzugten Form entspricht, trotzdem Ergebnisse erzielt werden.  
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Die Normdatei erspart dem Katalogisierer bei der Erschließung Arbeit, da er nicht mehr selbst den normierten Sucheinstieg ermitteln muss. Sie garantiert zudem die Einheitlichkeit und somit auch die Qualität der Katalogisierung. Die hinterlegten abweichenden Formen ermöglichen, dass bei der Recherche in einem elektronischen Bibliothekskatalog mit einem Suchbegriff, der nicht der bevorzugten Form entspricht, trotzdem Ergebnisse erzielt werden.  
  
 
Bis zum Jahr 2012 existierten im deutschsprachigen Raum vier separate Normdateien, die [[Personennamendatei]] ([[PND]]), die [[Gemeinsame Körperschaftsdatei]] ([[GKD]]), die [[Schlagwortnormdatei]] ([[SWD]]) sowie die Einheitssachtiteldatei des Deutschen Musikarchivs. Im Mai 2012 wurden diese zur [[Gemeinsame Normdatei|Gemeinsamen Normdatei]] ([[GND]]) vereinigt.  
 
Bis zum Jahr 2012 existierten im deutschsprachigen Raum vier separate Normdateien, die [[Personennamendatei]] ([[PND]]), die [[Gemeinsame Körperschaftsdatei]] ([[GKD]]), die [[Schlagwortnormdatei]] ([[SWD]]) sowie die Einheitssachtiteldatei des Deutschen Musikarchivs. Im Mai 2012 wurden diese zur [[Gemeinsame Normdatei|Gemeinsamen Normdatei]] ([[GND]]) vereinigt.  

Aktuelle Version vom 1. Oktober 2018, 09:05 Uhr

Eine Normdatei (engl. Authority File) ist ein Verzeichnis, in dem hinterlegt ist, welche Form bei der Ansetzung eines Personennamens, einer Körperschaft oder eines Schlagwortes gewählt werden muss. Der Normdatensatz enthält sowohl die bevorzugten Namen (für Individualnamen) bzw. Benennungen (für Sachbegriffe) als auch alle abweichenden Formen. Daneben beinhaltet er noch Erläuterungen (z.B. zu Lebens- und Wirkungsdaten einer Person) sowie Hinweise zu verwendeten Nachschlagewerken. Bei der Katalogisierung in der Verbunddatenbank wird der Titeldatensatz eines Werkes über eine Identifikationsnummer mit dem Normdatensatz verknüpft.

Die Normdatei erspart dem Katalogisierer bei der Erschließung Arbeit, da er nicht mehr selbst den normierten Sucheinstieg ermitteln muss. Sie garantiert zudem die Einheitlichkeit und somit auch die Qualität der Katalogisierung. Die hinterlegten abweichenden Formen ermöglichen, dass bei der Recherche in einem elektronischen Bibliothekskatalog mit einem Suchbegriff, der nicht der bevorzugten Form entspricht, trotzdem Ergebnisse erzielt werden.

Bis zum Jahr 2012 existierten im deutschsprachigen Raum vier separate Normdateien, die Personennamendatei (PND), die Gemeinsame Körperschaftsdatei (GKD), die Schlagwortnormdatei (SWD) sowie die Einheitssachtiteldatei des Deutschen Musikarchivs. Im Mai 2012 wurden diese zur Gemeinsamen Normdatei (GND) vereinigt.

In der Virtual International Authority File (VIAF), einem Gemeinschaftsprojekt von über 30 Nationalbibliotheken und Bibliotheksverbünden, werden die nationalen Normdateien mehrerer Länder zu einer virtuellen internationalen Normdatei verknüpft. Damit soll dem Problem begegnet werden, dass die gleichen Personen oder Körperschaften in den einzelnen Ländern teils unterschiedlich angesetzt werden.

Weblinks